Dust & Dirt 2026: Gelungene Premiere auf der Platte
Mountainbike-Hessencup, Hessenmeisterschaften und erstmals ein Gravel-Rennen: Beim „Dust & Dirt 2026“ des RSC Wiesbaden erlebten mehr als 200 Aktive einen langen, staubigen Renntag rund um das Jagdschloss Platte.
Der Name war Programm: Bei trockenen Bedingungen, Staub und zeitweise kräftigem Wind wurde „Dust & Dirt 2026“ seinem Namen mehr als gerecht. Rund um das Jagdschloss Platte boten die Aktiven spannenden Mountainbike-Sport – und zum Abschluss eine Gravel-Premiere, die Lust auf mehr machte.
Am Vormittag gehörte die Platte zunächst den Mountainbikern. Beim fünften Lauf des MTB-Hessencups wurden gleichzeitig die Hessenmeisterschaften im Cross-Country ausgetragen. Das Programm reichte von den jüngsten U7- und U9-Klassen über die Nachwuchsrennen mit Slalom und XCO bis zu den Lizenzklassen.
Die lange Trockenperiode hatte den Untergrund zusätzlich verändert. Einige Passagen waren schnell und staubig, andere durch den losen Boden technisch anspruchsvoll. Insgesamt kamen im MTB-Bereich rund 140 Fahrerinnen und Fahrer ins Ziel – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr.
Hessenmeister gekürt – starkes Ergebnis für den Gastgeber
In den Lizenzklassen gingen zahlreiche hessische Titel auf der Platte über die Ziellinie. Jonas Webelhuth (Melsunger TG 1861) wurde Hessenmeister der U19, Sven Pollack (Radwerk-Upland/Riese & Müller MTB Racing Team) gewann die U23 und Luca Adler (Team HWG Gedern) sicherte sich den Titel bei den Elite-Männern. Bei den Frauen gingen die Titel an Kira Wolf (VC Darmstadt 1899) in der U19 und Lena Schulze (Radwerk Upland) in der Elite. Die Masters-Titel gewannen Andreas Schmidt in der Master-2- und Carsten Buchberger (RC 1900 Bierstadt) in der Master-3-Klasse.
Auch der Gastgeber konnte sich sportlich sehen lassen. Besonders erfreulich war der zweite Platz von Lenn Burkhardt in der U19-Hessenmeisterschaft. Nach einem Schlüsselbeinbruch war es für ihn das erste Rennen nach der Verletzungspause. Direkt dahinter holte Carl Lennard Eberl Bronze. Lars Hense komplettierte das gute Ergebnis des RSC Wiesbaden mit Platz drei in der U23.<
Alle drei gehören zum RaceProject des RSC Wiesbaden, mit dem der sportliche Leiter Nico Burkhardt ambitionierte Nachwuchs- und Lizenzfahrer gezielt fördert.
Auch in den jüngeren Klassen zeigte sich die positive Nachwuchsentwicklung des Vereins. Unter anderem erreichte Helena Jermolov bei den U11-Mädchen Platz drei der Hessenmeisterschaft, Johanna Jermolov wurde in der U13 Vierte. Gerade bei den Mädchen hat der RSC in den vergangenen beiden Jahren deutlich Zuwachs bekommen.
Staub, Tempo und knapp 80 Starter bei der Gravel-Premiere
Am späten Nachmittag folgte die große Neuerung des Tages: Erstmals schickte der RSC Wiesbaden ein Gravel-Rennen auf die Strecke.
Und aus dem Experiment wurde auf Anhieb ein echtes Rennen. Gut 80 Fahrerinnen und Fahrer gingen in Lizenz- und Hobbyklassen an den Start. Auf dem rund 7,5 Kilometer langen Rundkurs wechselten schnelle Schotterpassagen und Abfahrten mit einem langen, selektiven Anstieg. Hohe Geschwindigkeiten und mächtige Staubwolken lieferten dabei genau die Bilder, die zum Namen „Dust & Dirt“ passten.
In der Lizenzklasse der Elite setzte sich Kevin Kleiber in einem engen Rennen in 1:40:45 Stunden vor Henrico Machtel (Mainzer RSV 1889) und Martin Maertens (VC Darmstadt 1899) durch. Bei den Masters gewann Alexander Nikolopoulos (Team RECON Masters), die Frauenwertung der Masters entschied Katrin Stücher (VC Darmstadt 1899) für sich.
Auch im Hobbyrennen wurde ordentlich Tempo gemacht. Jan Steinmann (RSV Seeheim) gewann vor Lukas Schick und Johannes Bartsch (SKG Bauschheim). Bei den Frauen setzte sich Sandra Makolt vor Carmina Saalfrank (TV Lorsbach) und Tabea Willert (Radwerkstatt Bergkönig) durch.
Überschattet wurde das Gravel-Rennen kurzzeitig von einem Sturz. Der betroffene Fahrer wurde vor Ort medizinisch versorgt und zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
STORCK unterstützt die Premiere – und fährt selbst mit
Unterstützt wurde die Gravel-Premiere von STORCK. Firmengründer Markus Storck war von der Idee eines Gravel-Rennens auf der Platte von Beginn an angetan und unterstützte den RSC bei der Umsetzung. Dabei beließ er es nicht beim Sponsoring: Storck stellte sich bei der Premiere selbst an die Startlinie und absolvierte das Hobbyrennen.
Die Beteiligung von knapp 80 Fahrerinnen und Fahrern und die positive Resonanz auf das neue Format sind für den RSC ein starkes Signal, dass Gravel auf der Platte Potenzial für eine Fortsetzung hat.
Mehr als 200 Aktive und rund 40 Helfer
Über beide Disziplinen hinweg waren mehr als 200 Aktive auf den Strecken rund um das Jagdschloss unterwegs. Möglich wurde der lange Renntag durch rund 40 Helferinnen und Helfer, die bei Anmeldung, Streckensicherung, Auf- und Abbau, Verpflegung und Rennorganisation im Einsatz waren. Besonders erfreulich war, dass in den letzten Tagen vor dem Rennen noch zahlreiche zusätzliche Helfer aus dem Verein und von außerhalb gewonnen werden konnten.
Der Dank des RSC gilt außerdem den beteiligten Behörden und Institutionen sowie den Partnern und Sponsoren. Besonders würdigt der Verein Michael David, der sich als Vorsitzender des Sportausschusses für die Veranstaltung und den Radsport in Wiesbaden eingesetzt hat.
Viele Zuschauer, Vereinsmitglieder, ehemalige Aktive und Freunde des Radsports nutzten den Tag zudem für einen Besuch auf der Platte. Damit wurde die Veranstaltung neben dem sportlichen Wettbewerb einmal mehr zum Treffpunkt der regionalen Radsportszene.
Nach einem langen Renntag fällt das Fazit des RSC Wiesbaden entsprechend positiv aus: Der MTB-Hessencup und die Hessenmeisterschaften haben erneut gezeigt, dass die Platte eine besondere Bühne für den Mountainbike-Sport ist. Und die Gravel-Premiere hat gezeigt, dass dort noch mehr möglich ist.
Dust & Dirt und die Platte – das passt.








